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Dieser Blogbeitrag ist Teil der Reihe #RollKrit (Rollenspiele zum Kampf gegen Rechtsextremismus durch Förderung von Inklusion und Toleranz). english below

Teil 2 – Grey Ranks

Grey Ranks versetzt die Spielenden in die Rolle jugendlicher Widerstandskämpfender während des Warschauer Aufstands von 1944 und erlaubt dabei eine intensive Auseinandersetzung mit Krieg, Moral und Identität.

Sein Autor Jason Morningstar ist bekannt für unkonventionelle und historisch fundierte Rollenspiele – für die Erstellung von Grey Ranks nutzte er reale Berichte und Tagebucheinträge polnischer Jugendlicher. Er will mit dem Spiel nicht nur die Brutalität des Krieges aufzeigen, sondern auch den Mut und die Menschlichkeit jener, die sich gegen Unterdrückung erhoben haben.

Mechanik

Grey Ranks nutzt einen strukturierten erzählerischen Ansatz. Anstatt klassisch von einer Spielleitung geführt zu werden, bildet ein festes Szenenraster das narrative Gerüst des TTRPGs. Die Spielenden durchlaufen drei Phasen des Aufstands und erleben, wie ihre Charaktere zwischen persönlichen Bedürfnissen, Gruppenzusammenhalt und der unbarmherzigen Realität des Krieges zerrieben werden. Eine zentrale Spielmechanik ist das sogenannte „Grid“, eine Matrix, die das emotionale Befinden der Charaktere abbildet und so sicherstellt, dass das Spiel nicht in oberflächlichen Heroismus abgleitet, sondern eine Möglichkeit bietet, psychische Auswirkungen des Krieges ernsthaft zu reflektieren.

Bildungspotential

Für die Bildung kann Grey Ranks einen spannenden Beitrag leisten. Das Spiel zwingt die Teilnehmenden, sich in die Perspektive von Jugendlichen zu versetzen, die sich in einer hochgradig ideologisierten und existentiellen Situation wiederfinden. Empathie und kritische Reflexion können so gefördert werden – wesentliche Faktoren, um extremistischen Narrativen entgegenzuwirken. Indem Spielende die Auswirkungen radikaler Ideologien über ihren Spielcharakter erleben, kann ein tiefgehendes Verständnis für Manipulation, Gruppenzwang und moralische Grauzonen entstehen.

Fazit

Grey Ranks ist kein leichtes Spiel. Es ist herausfordernd, emotional aufreibend und verlangt von seinen Spielenden ein hohes Maß an Reflexion. Doch gerade das ermöglicht auch, einen aktiven Beitrag zur politischen Bildung.

In einer Zeit, in der Geschichtsvergessenheit und Extremismus eine wachsende Bedrohung darstellen, kann das Spielen von Grey Ranks eine eindringliche und nachhaltige Lernerfahrung bieten.

Auszeichnungen

  • Co-Gewinner des Diana Jones Award für Excellence in Gaming, 2008
  • Gewinner der Indie RPG Awards für Independent Game of the Year, 2007
  • Gewinner der Indie RPG Awards für Innovation in a Roleplaying Game, 2007
  • Gewinner der Mid-Atlantic Convention Expo 2005 Game Chef Competition

Erhältlichkeit

Das Spiel ist derzeit nicht über itch.io von Bully Pulpit Games verfügbar, jedoch in englischer Sprache über DrivethruRPG erhältlich.

This Blog Post is Part of the #RollKrit Series („Roll Dice to Knockdown Radicalism with Inclusiveness & Tolerance“).

Part 2 „Grey Ranks“

As the second TTRPG in the #RollKrit series, we take a look at Grey Ranks, a tabletop role-playing game by Jason Morningstar, published by Bully Pulpit Games (2007): Grey Ranks places players in the roles of teenage resistance fighters during the Warsaw Uprising of 1944, offering an intense exploration of war, morality, and identity.

Its creator, Jason Morningstar, is known for unconventional and historically grounded role-playing games. To develop Grey Ranks, he used real reports and diary entries from Polish youth. His aim is not only to depict the brutality of war but also to highlight the courage and humanity of those who stood up against oppression.

Mechanics

Grey Ranks employs a structured narrative approach. Instead of being led by a traditional game master, the game follows a fixed scene framework that provides the narrative structure. Players experience three phases of the uprising, navigating the conflicts between personal needs, group cohesion, and the harsh realities of war. A key mechanic is the so-called „Grid,“ a matrix that represents the emotional state of the characters. This ensures that the game does not slip into superficial heroism but instead seriously reflects on the psychological impacts of war.

Educational Potential

In political education, Grey Ranks can make a valuable contribution. The game forces participants to adopt the perspective of young people caught in a highly ideological and existential situation. This fosters empathy and critical reflection-essential factors in countering extremist narratives. By experiencing the effects of radical ideologies through their characters, players can gain a deep understanding of manipulation, peer pressure, and moral gray areas.

Conclusion

Grey Ranks is not an easy game. It is challenging, emotionally intense, and requires a high level of reflection from its players. However, this is precisely what makes it so valuable as a tool for political education. At a time when historical amnesia and extremism are growing threats, playing Grey Ranks can offer a profound and lasting learning experience.

Awards

  • Co-winner of the Diana Jones Award for Excellence in Gaming, 2008
  • Winner of the Indie RPG Awards for Independent Game of the Year, 2007
  • Winner of the Indie RPG Awards for Innovation in a Roleplaying Game, 2007
  • Winner of the Mid-Atlantic Convention Expo 2005 Game Chef Competition

Availability

The game is currently not available on itch.io from Bully Pulpit Games but can be purchased via DriveThruRPG.

english version below

Autoritäre, rechtsextremistische bis hin zu faschistische Ideologien nehmen derzeit in überaus besorgniserregendem Maße zu. Wie können wir den einhergehenden Tendenzen zu Hass und Ausgrenzung begegnen?

Meines Erachtens können Rollenspiele einen relevanten Beitrag liefern.

Faschistische Ideologien gedeihen besonders in einem Klima der Verunsicherung, der Entfremdung und des fehlenden Dialogs. Wer nicht in der Lage ist, sich in andere hineinzuversetzen, wer nicht kritisch hinterfragt, was ihm gesagt wird, und wer die Komplexität sozialer Probleme nicht versteht, ist anfällig für populistische und extremistische Ideen.

Level Up in Toleranz

Es ist belegbar, dass das Spielen von Pen-and-Paper-Rollenspielen bzw. (TT)RPGs soziale Kompetenzen, kritisches Denken und Empathie stärken kann. Fähigkeiten, die absolut notwendig sind, um extremistische Ideologien zu entlarven und sich dagegen wehren zu können.

Rollenspiele bieten uns die Möglichkeit solche notwendigen Kompetenzen zu fördern. Wir schlüpfen in andere Rollen und erfahren dabei neue Perspektiven. Im geschützten Rahmen eines Spiels lernen wir, komplexe soziale Situationen zu analysieren, uns in andere hineinzuversetzen.

Gegen die Dunkle Seite

Die Anregung von Empathie, kritischem Denken und Reflexionsfähigkeit durch das Spielen von RPGs hilft uns dabei, Propaganda und Manipulation zu erkennen und zu hinterfragen – essenzielle Fähigkeiten, um nicht in die Falle von Schwarz-Weiß-Denken oder starker Polarisierung zu tappen.

Während schon das grundlegende Spielen von TTRPGs solche Fähigkeiten fördern kann, ist es möglich, spezifische Kompetenzen auch durch das Spieldesign gezielt zu verbessern. Wenn wir Rollenspiele als Mittel für die Bildung nutzen, dann können wir dazu bestehende Spiele, eigene Modifikationen von Spielen oder einzelne Mechanismen aus Spielen nutzen.

Um uns das zu erleichtern, werde ich bis zur Bundestagswahl einige TTRPGs vorstellen, die es in besonderem Maße erlauben, sich mit Propaganda, Manipulation und autoritären Einstellungen auseinanderzusetzen.

Wenn du dich daran beteiligen möchtest, nutze gerne den Hashtag #RollKRIT.

Das Akronym RollKRIT steht für „Rollenspiele zum Kampf gegen Rechtsextremismus durch Förderung von Inklusion und Toleranz“ (in englisch: „Roll Dice to Knockdown Radicalism with Inclusiveness & Tolerance“).

Gemeinsam gegen den Faschismus.

Mehrere Cover von Rollenspielen liegen wild übereinander. Darüber verschiedenseitige mehrere Würfel verteilt

Role-Playing Games as a Tool Against Right-Wing Extremism

Authoritarian, right-wing extremist, and even fascist ideologies are currently on the rise at an alarming rate. How can we counteract the accompanying tendencies toward hatred and exclusion?

In my view, role-playing games can make a meaningful contribution.

Fascist ideologies thrive particularly in an atmosphere of insecurity, alienation, and lack of dialogue. Those who cannot put themselves in others‘ shoes, who fail to critically question what they are told, and who do not understand the complexity of social issues are more susceptible to populist and extremist ideas.

Level Up in Tolerance

It is well-documented that playing pen-and-paper role-playing games or (TT)RPGs can enhance social skills, critical thinking, and empathy—abilities that are absolutely essential for identifying and resisting extremist ideologies.

Role-playing games provide us with the opportunity to develop these essential skills. By stepping into different roles, we gain new perspectives. Within the safe framework of a game, we learn to analyze complex social situations, empathize with others, and interact with people of different values and viewpoints.

Against the Dark Side

Encouraging empathy, critical thinking, and self-reflection through RPGs helps us recognize and challenge propaganda and manipulation—essential skills for avoiding the trap of black-and-white thinking or extreme polarization.

While simply playing TTRPGs can already foster these abilities, it is also possible to intentionally enhance specific skills through game design. If we use role-playing games as an educational tool, we can do so by leveraging existing games, modifying them, or incorporating specific game mechanics into other educational methods.

To make this easier, I will introduce several TTRPGs that are particularly well-suited for engaging with propaganda, manipulation, and authoritarian mindsets.

If you’d like to contribute, feel free to use the hashtag #RollKRIT.

The acronym RollKRIT stands for „Roll Dice to Knockdown Radicalism with Inclusiveness & Tolerance“ (in German: Rollenspiele zum Kampf gegen Rechtsextremismus durch Förderung von Inklusion und Toleranz).

Together against fascism.